Qualität des Taubenfutters - Frederik Wolf

Qualität des Taubenfutters von Frederik Wolf

Freitag, 5. April 2019

Frage:

Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Taubenfutters ist mit Sicherheit eine gute Qualität. Welche Qualitätsunterschiede gibt es und was sind mögliche Ursachen?


"Die Qualität eines Futters wird nicht nur durch seine Zusammensetzung, sondern auch durch die Rohstoffqualität der einzelnen Körner bestimmt. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Körner nicht mit Öl behandelt worden sind, um im Sack besonders ansprechend auszusehen. Mit Öl behandeltes Futter wird schnell ranzig und ist deshalb nicht zu empfehlen. Außerdem kommt es auch noch auf die Rohstoffe an sich an. So sind unbehandelte Hülsenfrüchte wie z.B. Soja oder Erbsen für Tauben schlechter verdaulich als hydrothermisch aufgeschlossene Körner. Beim Mais gibt es z.B. Sorten, die 4% Fett enthalten, und besonders fetteiche Sorten mit mehr als dem doppelten Fettanteil."
 
 

Frage:

Auf was muss man als Züchter beim Kauf achten? Wie kann jeder Einzelne eine gute Qualität erkennen?


"Man muss die Zusammensetzung lesen und die wertbestimmenden Bestandteile vergleichen. Dabei erkennt man schon, dass zum Beispiel etliche verschiedene Sorten Mais im Taubenfutter verarbeitet werden. Der Unterschied liegt vorwiegend in der Körnung und in der Keimfähigkeit.
Der Topmais von Mifuma enthält nicht nur die doppelte Menge an Fett, sondern ist zudem sehr keimfreudig. Im Versuch sollte ein Maiskeimling nach drei Tagen einen Keim von 1 cm haben.
 
Weiterhin muss die Sauberkeit des Futters gewährleistet sein. Es sollte, wie bereits erwähnt, nicht geölt oder mit chemischen Bindemitteln behandelt und anschließend poliert worden sein. Sicherlich ist es optisch schöner anzusehen, aber es wird Qualität vorgespielt, die es in Wirklichkeit nicht ist. Man sollte auch wissen, dass bei naturbelassenen Körnern bei jeder Bewegung Abrieb entsteht, der gerne als Staub bezeichnet wird. Jetzt muss jeder Züchter für sich entscheiden, ob er ca. 20gr. Staub in Kauf nimmt oder er chemische Bindemittel füttern will."

Frage:

Welche Qualitätsmängel gibt es?


"Einige Futter enthalten unreif geerntetes und feuchtes Getreide, das mit hohen Temperaturen getrocknet wird, und dabei wertvolle Inhaltstoffe verliert. Außerdem gibt es, besonders in sehr feuchten Jahren, einen sehr hohen Befall von Mykotoxinen. Diese Pilzgifte können die Leber der Tauben schädigen und die Leistung merklich negativ beeinflussen. Um sich vor diesen Toxinen zu schützen, kann man regelmäßig Mykotoxinbinder (z.B. Immunbooster) füttern. Weiterhin sind noch die Bruchkörner zu erwähnen. Diese sind zwar nicht schön anzusehen, aber wenn sie nicht auch verpilzt sind, sind sie ernährungsphysiologisch genauso wertvoll wie das ganze Korn."
 
 
Frage:

Welche Gefahren bringen ummantelte Körner/Extrudate mit sich? 


"Ich füttere schon einige Jahre ummantelte Körner bei meinen Reise- und Zuchttauben, da sie keine Gefahr darstellen. Extrudate füttere ich nicht, weil diese mit Temperaturen bis 200°C hergestellt werden und aufgrund der sehr großen Oberfläche ein sehr großes Mykotoxinrisiko darstellen."
 
Frage:

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum aussagekräftig? 


"Ja und nein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine gesetzliche Pflichtangabe, die jedoch frei wählbar durch den Hersteller ist. Reine Körnermischungen sind prinzipiell lange haltbar, sofern diese trocken und frei von Schädlingen gelagert werden. Jedoch besteht immer die Gefahr eines Befalls durch Milben und Käfer. Sobald Zusatzstoffe (Vitamine oder Spurenelemente) mit im Futter enthalten sind, muss der Hersteller den Gehalt dieser Zusatzstoffe während der gesamten Haltbarkeit garantieren."
 
Frage:

Wie lange sollte ein Sack Taubenfutter maximal offen stehen?


"Gar nicht. Der Sack sollte immer wieder verschlossen werden oder in eine verschließbare Futtertonne umgefüllt werden, dann ist das Futter gemäß Angabe des MHD bei trockener und sauberer Lagerung brauchbar."
 
Frage:

Wie sollte Taubenfutter optimalerweise gelagert werden?


"Die beste Aufbewahrung erfolgt in einem trockenen, staubfreien und nagerfreien Raum mit geringen Temperaturschwankungen, bei einer großen Anzahl von Säcken am besten auf einer Palette, also nicht direkt auf dem Boden.
Die optimale Lagerung ist bei 6 bis 8 Grad. In diesem Temperaturbereich verändert sich gar nichts und die Nahrung kann über Jahre gelagert werden. Falsch gelagert in feuchten Räumen auf dem Boden stehend kann das Futter sehr schnell unbrauchbar werden."

Mit sportlichen Grüßen
 
 
Frederik Wolf

 

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