Eine Powerfrau im Brieftaubensport - Lena von der Becke

Eine Powerfrau im Brieftaubensport von Lena von der Becke

Dienstag, 2. Oktober 2018

Liebe Leserinnen und Leser,


wenn man einen Blick in die Preislisten macht, oder sich die Mitglieder in den RV’en anschaut, fällt eine Sache ganz besonders auf. Männer, Männer, Männer!
Doch heute möchte ich Ihnen und euch eine ganz besondere Frau vorstellen, die dem Brieftaubensport neue Impulse gibt und mit ihrer liebevollen Beziehung zu den Luftathleten den ein oder anderen Erfolg erzielt.
Jennifer Thier  aus Nordhorn - Frensdorf ist 32 Jahre alt. Mit ihrem Mann Daniel und ihren Kindern Marcel und Marina reist sie unter dem Namen Team Thier in der RV Nordhorn, RegV. 410.
 
Liebe Jennifer, wie bist du zu dem Brieftaubensport gekommen?
Von einem ehemaligen Züchterkollegen bekam mein Mann zwei Jungtauben geschenkt. Zunächst wusste ich gar nicht, was ich mit den Tieren machen soll. Mein Mann hatte jedoch früher schon einmal Tauben. Also baute er zunächst erstmal einen Stall für die beiden Kleinen. Die beiden wurden recht schnell zahm, jedoch blieb eines der Jungen aus, aber unsere „Olga“ kam neu dazu.
2014 zogen wir in unser Eigenheim und einer unserer Handwerker hatte einen Schlag zu verschenken. Wir mussten nicht lange überlegen und bauten den Schlag in unserem Garten neu auf. Bis zu diesem Zeitpunkt ist meine junge wilde Mannschaft auf bis zu 16 Tauben gewachsen. Mit insgesamt fünf Jungtauben startete ich meine erste Reisesaison. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich jedoch immer noch keinen Plan, wohin uns das ganze führen wird.
2015 wurde ich mit meiner Tochter schwanger, gesundheitlich ging es mir nicht ganz so gut.  In diesem Jahr übernahm ich in Eigenregie die Jungtauben und stellte schnell fest, dass ich eine ganz besondere Bindung zu den Tauben habe und ich hier viel Kraft und Energie tanken kann.
Auch heute finde ich toll, die Jungtauben aufwachsen zu sehen und ihnen nur das Beste mit auf den Weg zu geben. Langsam bereite ich sie auf den täglichen Wahnsinn in unserem Schlag und drum herum vor. Des Weiteren dürfen sie den Garten vollständig erkunden.
In 2017 hatte ich außerdem einen Lehrmeister, einen guten Freund der Familie. Er brachte mir viel über die Gesundheit und das Füttern bei. Er lehrte mir schnell, dass ich stets auf mein Gefühl hören soll.


 
Was machen dich und deine Tauben so besonders?
Ganz klar: Die Liebe zum Tier! Das steht für mich an oberster Stelle und wie man sieht, hat es auch dieses Jahr wieder hervorragend geklappt. Es kann auch schon mal vorkommen, dass nach einem schweren Flug die ein oder andere Träne fließt. Aber so ist das nun mal bei uns. Der Brieftaubensport wird in unserer Familie sehr groß geschrieben. So läuft manchmal der Alltag neben den Tauben, aber auch die Tauben neben dem Alltag. Es ist alles so aufeinander abgestimmt, dass niemand zu kurz kommt. Schließlich erfreuen sich auch die Kinder an den Tauben. Manchmal passiert es auch, dass einer von beiden eine Trenntür öffnet. Aber so ist das nun mal. Auch die Kinder sollen ihre Erfahrungen sammeln, da lasse ich sie gewähren.


 
Was möchtest du gerne einmal loswerden?
Ich möchte es besonders den Sportfreunden zeigen, die mich immer für dumm und naiv gehalten haben, wenn es um die Tauben ging. Auch heute würde ich manchmal gerne alles hinwerfen, doch mein Mann macht mir immer wieder Mut! Mich nervt es total, dass Neid und Missgunst in unserem Hobby oft zu spüren sind. Aber warum das Ganze?
Ich habe schon oft mitbekommen, wie wir Frauen als Preislieferanten bezeichnet werden. Doch diese Momente machen mich nur stärker und ganz besonders den Männern zeige ich dann, dass ich eben kein Preislieferant bin!
Des Weiteren wünsche ich mir, dass die jungen Züchter besser gefördert werden und nicht nur „Hinten anstehen“ müssen. Schließlich sind wir die Zukunft! Doch wie soll ein Grundstein für die Zukunft gelegt werden, wenn wir gar nicht für ernst gehalten werden?
 
Zu Licht und Luft im Schlag gehört bei uns viel Liebe!
Und wer es glaubt oder nicht, Tauben können „sprechen“ und sie sagen dir genau, wo der Weg lang führt. Das Geheimnis ist das Zuhören können. Mit den Ohren, mit den Augen und mit dem Herzen!
Ich habe auch keine Ahnung von Papieren, Abstammungen und dergleichen. Ich mache alles nach Gefühl. Ob es ums Anpaaren oder um die Fütterung geht. Die Tauben zeigen mir schon, was sie brauchen und wollen.
 
Die Tauben werden es dir schon danken!
Unseren „524“ mussten wir jährig nach der neunten Tour und sechs Preisen wieder holen. Mein Mann fuhr Hin- und Zurück insgesamt über 400 Kilometer. Viele Züchter konnten dafür kein Verständnis aufbringen.
Dieses Jahr fliegt der Vogel neun Preise, darunter einen ersten und einen dritten Konkurs.
Das sind diese Augenblicke, die einem doch nochmal zum Denken anregen sollten!


 
 
Es gibt immer einen Weg!
Die Tauben haben meine ganze Einstellung verändert. Sie zeigen mir jedes Mal aufs Neue, dass es immer einen Weg gibt, auch wenn dieser ziemlich schwer sein wird. Man darf niemals aufgeben, denn jeder Kampf lohnt sich!
 
Endflug Pocking 2018
Viele Züchter wissen, dass der Endlfug auf der Süd-Ost-Richtung nicht so besonders verlief. Nach und nach wurden Tauben in ganz Deutschland gemeldet. Also machten mein Mann und ich uns morgens um fünf Uhr auf den Weg und fuhren einmal quer durch Deutschland. Insgesamt fuhren wir an dem Tag 800 Kilometer in 15 Stunden und sammelten sechs Tauben von den verschiedensten Züchtern aus dem Regionalverband und von guten Freunden ein und brachten sie nach Hause.
 
Liebe Jennifer,
für die Zukunft wünsche ich dir viel Kraft und Energie und vor allem viel Erfolg im Brieftaubensport. Vor allem wünsche ich dir, dass du weiterhin deinen Weg gehst und den Brieftaubensport mit so viel Freude vertrittst, wie du es jetzt schon machst. Ich hoffe, dass du als Jugendobmann weiter viele junge Züchter für den Brieftaubensport begeistern kannst und ein dickes Ausrufezeichen setzt.

 © Lena von der Becke
 
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